Text zum Interkulturellen Garten (INGA) des Bürgertreff
von Andrea Möller

Der Interkulturelle Garten wurde mit zahlreichen aktiven Altstadtbewohnerinnen und -bewohnern als Projekt des Bürgertreffs auf dem Tanzwerder angelegt. Er liegt neben dem Parkplatz rechts zur Fulda hin.

In unserer hektischen und zweckbestimmten Zeit möchte der Interkulturelle Garten einen Raum für Muße und Besinnung ebenso wie für entspannte

Begegnungen schaffen. Und er möchte die Freude wecken an einem (nicht Nutzen und Nützlichkeit dienenden) Blumengarten.

Es ist sicher kein Zufall, dass in den drei monotheistischen Weltreligionen (Christentum, Islam, Judentum) das Paradies als Garten beschrieben ist (Garten Eden, Dschanna). Mit seinem Reichtum an Pflanzen und Tieren, an Farben und Formen erscheint der Garten als ein kleines Paradies.

Er ist ein Sinnbild für Werden und Vergehen, ein Ort der Harmonie, der Stille und des Friedens, aber auch der Begegnungen und der Feste.

Erst die Vielfalt von Pflanzen ermöglicht die menschliche Existenz

(vgl. die Schöpfungsgeschichte der Bibel und des Koran).

Die Bewahrung der Schöpfung und der achtungsvolle Umgang mit der Vielfalt der Natur ist ein wesentliches Anliegen der meisten Religionen. Die Grenzen des Wachstums respektieren ist vielleicht die zentrale Botschaft an die Weltbevölkerung.

 Das ursprüngliche Konzept des Interkulturellen Gartens – er sollte Pflanzen beherbergen, die in den Heiligen Schriften Bibel und Koran erwähnt sind wurde weitgehend beibehalten, zum großen Teil unter Einbeziehung botanisch verwandter Stellvertreter, die an die hiesigen gärtnerischen Rahmenbedingungen besser angepasst sind.

Vergesellschaftet mit heimischen sowie gartenwürdigen Pflanzen aus aller Welt

verbinden sie sich zu einer internationalen  und – im weiteren Sinn –

interkulturellen Pflanzengemeinschaft.

Dabei ist das Hauptaugenmerk auf ökologische Aspekte gerichtet, insbesondere auf eine bienen-/ insektenfreundliche Pflanzenauswahl.

Der Schwerpunkt der Pflanzenherkünfte liegt dabei im Kaukasusgebiet.

(Auch unsere alten Nutzpflanzen, um die es in den Heiligen Büchern hauptsächlich geht, stammen ja aus Kleinasien bzw. den Reichen des Alten Orients.)